Wahlprojekt mit CAO .
Fortbildung in der Schule © CAODer DED in Benin und die Nichtregierungsorganisation (NRO) Centre Africa Obota (CAO) starteten ein bisher einmaliges Wahlprojekt
Ende März wurden die Abgeordneten der beninischen Nationalversammlung bestimmt, die für die kommenden fünf Jahre die Interessen der Bürger vertreten sollen. Erstmalig zu den Urnen konnten in diesem Jahr auch mehr als 100.000 Jungwähler gehen. Besonders an sie war die Informationskampagne „Mon premier vote“ („Meine erste Wahl“) gerichtet. Der DED und die NRO Centre Africa Obota, die im Bereich bürgerschaftliches Engagement tätig ist, haben sie ins Leben gerufen.
Einzigartige Informationskampagne
DED-Regionaldirektorin Kora Gouré Bi und Urbain Amegbedji, CAO-Generalsekretär, gaben am 25. Januar in Cotonou den Startschuss zu diesem Wahlinformationsprojekt für Jugendliche, das in dieser Art in Benin bislang einzigartig ist. Dementsprechend groß war das Interesse der Medien, als die Vertreter von DED und CAO die Journalisten über die Ziele und Inhalte im Rahmen einer Pressekonferenz informierten.
„Der DED hat seit 1966 über 700 Entwicklungshelfer nach Benin entsandt, die sich auf verschiedenen Gebieten für die Entwicklung des Landes eingesetzt haben. In einem Land, in dem das Durchschnittsalter bei 17 Jahren liegt und 68 Prozent der Bevölkerung unter 24 Jahre alt sind, will der DED die Zielgruppe der Jugendlichen stärker als bisher in seine Entwicklungsarbeit einbinden“, erklärte DED-Regionaldirektorin Gouré Bi die Unterstützung für das Wahlprojekt.
DED und CAO haben gemeinsam mit Schülern, Auszubildenden, jungen Arbeitslosen, Lehrern und Mitgliedern der Zivilgesellschaft ein Fortbildungsmodul entwickelt. Damit wurden in jedem der zwölf Bezirke des Landes jeweils acht Schülerinnen und Schüler als Peer Educator ausgebildet.
Das Modul vermittelte den insgesamt 96 Peer Educators ein fundiertes Wissen über Wahlgesetze, den Wahlprozess und die Gefahren von Korruption sowie die Fähigkeit, dieses Wissen an Gleichaltrige weiterzugeben.
Die so ausgebildeten Schülerinnen und Schüler gaben ihr erworbenes Wissen in anderen Schulen an gleichaltrige Jugendliche weiter – immer begleitet von einem erfahrenen CAO-Mitarbeiter, der weitere Erläuterungen geben und auch bei falschen oder missverständlichen Informationen jederzeit korrigierend eingreifen konnte.
Da ein nicht unerheblicher Teil der Erstwähler keine Schule besucht, wurden die Veranstaltungen von CAO gemeinsam mit den Peer Educators auch für junge Auszubildende, Gelegenheitsarbeiter und arbeitslose Jugendliche auf den Märkten großer und mittlerer Städte angeboten.

T-Shirt Aufdruck zum Wahlprojekt © CAO
„Ein Abgeordneter braucht weniger als 100.000 Stimmen, um gewählt zu werden“, bemerkte Amegbedji und unterstrich damit die Bedeutung der Erstwähler für die jeweiligen Kandidaten. Es sei daher wichtig, die gerade 18 Jahre alt gewordenen Jugendlichen, die sehr häufig nur über wenig Geld verfügen, über ihre Verantwortung und Rechte aufzuklären, damit sie nicht allzu leicht Opfer von Bestechungen werden können.
„Die Wahl ist kein banaler Akt. Man wählt nicht denjenigen mit dem gleichen Familiennamen, der Geschenke verteilt, der aus der gleichen Region oder von der gleichen Ethnie abstammt“, mahnte er an. Die bisher weit verbreitete Meinung sei, dass „meine Stimme doch sowieso nichts ausrichten wird“ Doch das stimme nicht! Es gehe darum, den Jugendlichen zu zeigen, dass auch ihre Stimme von großem Wert sei.
„Wir haben das Glück, dass in Benin die Voraussetzungen für eine demokratische Wahl größtenteils erfüllt sind. Bleibt nur noch, dass die Wähler ihre Rechte einfordern und ihre Bürgerpflichten wahrnehmen“, betont Amegbedji. Dennoch sei ein elektronisches Wählerregister für Benin mittlerweile überfällig, kritisierte er. Noch immer würden schriftliche Wählerlisten ohne Altersangaben geführt. Dies öffne Tür und Tor für Wahlmanipulationen, wie sich in der Vergangenheit gezeigt habe. Hier müsse Benin endlich den internationalen Standard erreichen.


