
Deckblatt der Broschüre zur 40 Jahrfeier © DED
Blick in die Zukunft
Regionaldirektorin des DED Benin
Frau Kora Gouré Bi
"Mit den Augen der Beniner" hieß der Titel der Veröffentlichung, die die beiden Soziologen Georg Elwert und Carola Elwert-Kretschmer im Auftrag des DED zum 25jährigen Jubiläum verfasst haben. Die Idee dabei war es, die Meinung der beninischen Landbevölkerung zu den vielen hundert Freiwilligen und Entwicklungshelferinnen und Entwick- lungshelfern, die in den sechziger und siebziger Jahren vorwiegend in Dörfern gelebt und gearbeitet haben, zu erfassen. Entgegen den Vermutungen vor der Durchführung der Studie, konnte sich das Ergebnis wirklich sehen lassen, denn der Aufenthalt vieler DED’ler ist im Gedächtnis der Bevölkerung haften geblieben. In den Interviews hoben die Befragten vorallem hervor, dass ihnen besonders beim Aufbau des Gesundheitswesens und bei der Trinkwasserversorgung geholfen worden ist und sie dadurch konkrete Verbesserungen in ihrem Leben erfahren haben. Daneben waren durch das enge Zusammenleben im ländlichen Milieu viele persönliche Bindungen zwischen Dorfbewohnern und DED’lern entstanden, die auch nach Jahren noch Bestand hatten.
Ich wünsche mir, dass wir auch in zehn Jahren beim 50jährigen Jubi- läum des DED in Benin noch feststellen können, dass wir Spuren hinterlassen haben, dass wir mit unserem immer noch sehr basis- nahen Ansatz zu maßgeblichen Veränderungen in Benin beigetragen haben.
Aus meiner Sicht geht es in diesen nächsten zehn Jahren darum, vor allem dem sehr großen Anteil junger Menschen in Benin eine Per- spektive aufzuzeigen und von Seiten des DED dazu beizutragen, ihnen würdigere Lebensbedingungen zu verschaffen. Dazu wünsche ich Benin, dass die neue Regierung unter Präsident Thomas Yayi Boni Erfolg haben wird und die Rahmenbedingungen in diesem potentiell reichen Land wieder positiver ausfallen. Nur so können wir gemein- sam verhindern, dass immer mehr junge Menschen versuchen, ihre persönlichen Träume auf einem sehr risikoreichen Weg nach Europa oder generell außerhalb ihres Landes realisieren wollen.
Deshalb sollte die Dezentralisierung in Benin wieder an neuer Dyna- mik gewinnen, um so der Bevölkerung eine bessere Beteiligung am öffentlichen Leben zu ermöglichen, sollten die wirtschaftlichen Rah- menbedingungen so verändert werden, dass es zu einer Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion und zur Gründung vieler Klein- unternehmen kommt und sollte das Gesundheitswesen wieder so instand gesetzt werden, dass sich der Gesundheitszustand der Bevölkerung nachhaltig verbessert. Der DED wird nach Kräften nicht nur in diesen Bereichen zur Verbesserung dieser Rahmenbeding- ungen beitragen, so dass ich die begründete Hoffnung habe, dass bei einer potentiellen Befragung der Beninerinnen und Beniner Jahre später, sie sich auch dann noch an die deutschen Fachkräfte, die einige Jahre ihres Lebens hier verbracht haben, in ebenso positiver Weise erinnern wie vor fünfzehn Jahren auch schon!


